MikO MikO

by Michael Ochmann

Raspberry PI Flash-Mobbing V2

by Michael Ochmann am 09. Februar 2015

In der letzten Woche hat die Raspberry Foundation die Öffentlichkeit mit einer Neuauflage der Raspberry PI Modell B überrascht.

Wir hatten vorab bereits die Gelegenheit, den neuen Mini-Rechner auf Herz und Nieren zu testen. Bereits nach den ersten Minuten ist klar geworden:

Große Klappe, wenig dahinter.

Der neue Vierkern-Prozessor ist wesentlich leistungsfähiger, keiner Frage. Im headless Serverbetrieb wird dies auch sofort ins Gewicht fallen. Auch das Aufstocken des Arbeitsspeichers auf 1 Gigabyte war mehr eine Notwendigkeit als ein „Goodie“.

Einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen jedoch die fehlende Überarbeitung des lästigen und viel zu leistungsschwachen Broadcom Video-Prozessors, die USB Ports, die weiterhin nur den 2.0 Standard unterstützen und sich den Bus auch noch mit der Ethernet-Schnittstelle teilen, welche auch lediglich 100 Mbit liefert, was im effektiven Durchsatz einer lächerlichen Farce entspricht.

Die Entscheidung, das Board der „alten“ Versionen beizubehalten, ist eine weitere Fehlentscheidung, wenn sie auch nicht konsequent durchgezogen wurde. Zum Einen wurde alle bestehenden Hardware-Bugs vom alten Bord übernommen, zum Anderen hat man einzelne Bauteile leicht verändert und damit weitere, neue Hardware-Bugs „implementiert“.

Ich würde euch zum Beispiel hier nun sehr gerne ein Foto des neuen Modells präsentieren, doch verhindert dies ein neues Feature des Einplatinencomputers: Er lässt sich nicht gerne fotografieren.

Versucht man der Raspberry PI Model B v2 im laufenden Betrieb mit Blitz zu fotografieren, mussten wir feststellen, dass daraufhin ein fotosensitiver Transistor auf dem Board einen Totalcrash verursacht. Das Gerät mobbt uns also wieder einmal! Hierzu haben wir ein kurzes Video aufgenommen, wir bitten jeden, dieses Verhalten gerne selbst zu reproduzieren.

Conclusion

Alles in Allem kann man sagen, dass der PI mit dem neuen Modell kein Upgrade erfahren hat, sondern diese neue Version mehr oder weniger das repräsentiert, was der Raspberry PI bei seiner Einführung im Jahr 2012 schon sein wollte.
Es ist auch mehr oder weniger traurig, wie viel „Hype“ das neue Modell bereits im Vorfeld von der Fachpresse erhalten hat. Nichtsdestotrotz werden wir weitere PIs für den produktiven Einsatz anschaffen, nicht zuletzt, weil wir in der Lage sind die Unzulänglichkeiten selbst auszumerzen.

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